Bornholm, beinahe rund, 14.-18. September 2025

20.01.2026 | Kategorie:

Rund Bornholm sollte es werden. Paul Grant und Mitruderinnen und Mitruderer aus Flensburg, Elmshorn und vom ARVH begaben sich mit ihm auf ein kleines Abenteuer. Meistens ist der September dort ein guter Monat mit wenig Wind und mildem Klima. Aber lest selbst den Bericht von Klaus Roeben aus Flensburg. (Eva Maria, ARVH)

Text: Klaus Roeben · Fotos: Teilnehmer der Fahrt


Start am Rønne Roclub. Von links nach rechts: Susanne Maack (Elmshorn); Monika Kienaß (Flensburg); Paul Grant (ARVH); Ralf Ebermann (Flensburg); Eva Maria Lange (ARVH); Klaus Roeben (Flensburg)

14. September
Frühmorgens mit der Nachtfähre auf Bornholm angekommen, stachen Susanne, Monika, Eva Maria, Ralf, Paul und Klaus mit zwei gesteuerten Inriggern vom Rønne Roklub in See Kurs SO. Altwelle vom Vortag und leichter Gegenwind bremsten zunächst die Fahrt. Wenig später zwangen uns Schauerböen zu einem Zwischenstopp in Arnager, wo wir die vorgeheizte Fischersauna dankbar zum Aufwärmen nutzten.


Ruder- und Regen-Pause in Arnager; Paul und Eva Maria vermummt in Ölzeug

Beim Umrunden von Dueodde Leuchtturm, dem südlichsten Punkt der Insel, brach die Abendsonne durch die Wolken und färbte die Wellenkämme golden. Schließlich steuerten wir bei sternenklarem Himmel – der Große Wagen an Backbord – unser Nachtquartier, den Kajak-Klub Nexø, an.


Abendstimmung vor Dueodde-Strand

15. / 16. September
Da starkwindbedingt Rudern nicht möglich war, unternahmen wir Wanderungen am Strand und durch Küstenwälder, Pilze sammeln inklusive. Sightseeing im malerischen Snogebæk rundete das Landprogramm ab.


Sturmbedingter Pausentag. Wanderung auf einem Teil des Küstenwanderwegs bei Snogebaek (Paul und Eva Maria)

17. September
„Ægir“ und „Dania“ gingen unter Landabdeckung auf N-Kurs und so waren die 9 km bis Svaneke rasch zurückgelegt. Der Versuch, weiter nördlich nach W einzuschwenken, scheiterte an 5-6 Bft und bis zu 1 m Welle von vorne – also retour nach Svaneke, Boote an Land und mit dem Bus zurück nach Nexø.


Svaneke mit Räucherei; der blaue Himmel täuscht. Schönes Wetter, aber zu viel Wind zum Rudern

18. September
Zweiter Versuch: Diesmal gelang es, auf NW-Kurs weiter Richtung Gudhjem voranzukommen. Während ein feiner Regen in Schwaden über Land und Meer zog, ruderten wir an einer bizarren Felsküste entlang, gekrönt von Wald, aus dem gelegentlich bunte Häuser lugten. Am Campingplatz Melsted angekommen wurden die Zelte aufgebaut.


Windstill vor Anker in der Bucht vor Melsted

Nachmittags führte uns ein romantischer Küstenwanderweg nach Gudhjem, wo wir uns in der Røgeri mit Köstlichkeiten aus dem Meer stärkten, wobei die regionale Spezialität „Sol over Gudhjem“ besonders die Neugier der hungrigen Ruderer weckte.


Spezialität „Sol over Gudhjem“ = Sonne über Gudhjem


Küstenwanderweg nach Gudhjem. „ARVH 1925“ war dabei.

19. September
Nach 3 km kräftezehrendem Rudern gegen Wind und Welle um Gudhjem herum nach W erreichten wir in Lee relativ ruhiges Wasser. Vorbei ging es dann in geringem Abstand an spektakulären Felsformationen; brechende Wellen warnten rechtzeitig vor Steinen unter der Wasseroberfläche. Mittags erreichten wir mit Tejn den Endpunkt unserer Tour. Zelte trocknen im Wind, Abschlussbier im Hafen und abendliches Grillen am Rønne Roklub machten auch diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis.


Steile Felsen und Höhlen auf dem Weg nach Tejn


Abschlussbier in Tejn zum vorgezogenen Ende der Tour „Bornholm beinahe rund“

20. September
Nach Boote-Putzen und Brunch brachte uns die Nachmittagsfähre nach Køge. Die nächtliche Rückreise per PKW nach Flensburg verlief ereignislos.


Der Leuchtturm von Rønne. Zum Abschied strahlend blauer Himmel und windstill!

Fazit:
Jede Ruderwanderfahrt birgt Risiken, besonders dann, wenn sie um eine Insel herumführt, die von viel gelegentlich lebhaft bewegtem Wasser umgeben ist. Die vor unserer Fahrt eingeholte Information, der September sei auf Bornholm der ruhigste Monat, traf – zumindest in diesem Jahr – wohl nur auf die ersten 2 Wochen des Monats zu. Pech eben.

Und die Tatsache, dass wir deshalb Bornholm rund nicht ganz geschafft haben, ist sicherlich ein kleiner Wermutstropfen im Kelch unserer Freude über eine phantastische Wanderfahrt; aber der deutlich erhöhte Erlebniswert entschädigte uns völlig für das Manko, nur gute 80 km der Gesamtstrecke gerudert zu sein.
Und schließlich: Bei ruhigem Wasser kann ja jeder rudern!

Zum Schluss gilt unser aller Dank der Fahrtenleitung: Paul hat alle während der Fahrt auftauchenden Herausforderungen souverän und routiniert gemeistert, so dass sich alle Teilnehmer auch in dieser Hinsicht sicher und wohl gefühlt haben.
Und natürlich hoffen wir alle, dass wir – in welcher Konstellation auch immer – auch im nächsten Jahr eine gemeinsame Ruderwanderfahrt unternehmen werden.