Steuerleute-Ausbildung 2025 Wanderfahrt

22.08.2025 | Kategorien: ,

Fahrtenleitung: Paul Grant · Fotos: Teilnehmer der Fahrt · Text: Peter Damisch, Carola Marcus

Los ging‘s am Donnerstagabend, dem 15. Mai 2025 mit dem Vorprogramm: Abriggern und verladen von 4 Booten (Alster, Luzern, Elbe und Havel), aber nicht ohne ein erstes Hindernis: Ein Pkw stand auf der Sperrfläche vis-à-vis unseres ARV Hanseat.


Verladen der Boote am Verein

Nach dem Erscheinen von zwei sehr freundlichen, aber doch recht hilflosen Polizisten nahmen wir die Angelegenheit selbst in die Hand und bugsierten den beladenen Anhänger auf die Kreuzung.
Dann ab nach Geesthacht zur dortigen Rudergesellschaft, wo wir unsere Boote auf dem Gelände bis zum Start am Samstag lagern konnten.

Am 17. Mai wurde es dann ernst.
Frühmorgendliches Treffen am Bahnhof Bergedorf und gemeinsame Anfahrt mit dem Bus zur RG Geesthacht mit zehn „alten Hasen“, einem Gast (Karina vom Slesvig Roklub) und sieben angehenden Steuerleuten. Die Laune war einfach nur klasse. Das Aufriggern und Boote-ins-Wasser-lassen lief routiniert ab. Können wir ja alle. Es war stark bewölkt und von SW kam ordentlich Wind – also von vorne, gegen die Strömung. Mit kräftigen Wellen musste gerechnet werden. Der eine oder andere nervöse Blick der Prüflinge auf die Wellen der passierenden Schiffe war zu bemerken, schließlich war es für die meisten die erste Elbfahrt.


In Geesthacht am Start

Ablegen, einstellen und eine kurze Strecke rudern. Und da war sie schon – die erste Schleuse! Im Theorieunterricht hatten Paul und Wolfgang alles dazu mit sehr viel Geduld und großem Wissen gelehrt. Das hat geholfen, aber der Respekt vor der großen Schleuse blieb trotzdem für unsere angehenden Steuerleute. Mit Enthusiasmus, großer Freude und einigen Ratschlägen der erfahrenen Obleute und Ruderer wurde dieses erste Schleusenmanöver erfolgreich absolviert.

Dann lag sie vor uns – die große weite Welt der Regeln, Kennzeichen im Strom und am Ufer, Fahrrinnenwechsel, Tiden und nicht zuletzt der gestellten praktischen Übungsaufgaben. Sicherlich hatte keiner der Steuernden damit gerechnet, eine von Paul ins Wasser geworfene Boje (rund 20 cm Durchmesser) gegen die Strömung ansteuern und nur kurz anticken zu müssen, ohne sie zu passieren…
Auf der Strecke bis zur Mittagspause wurde dies ebenso geübt wie das Verhalten des Bootes beim Wenden mit und gegen den Strom, das Steuern mit Überziehen und rückwärts rudern sowie die zugehörigen Kommandos.
Das Boot sollte in der Strömung gehalten werden, die Steuerperson musste durchaus auch mal im Stehen steuern und das „Gierseilfährprinzip“ wurde ausprobiert. Parallel dazu musste man den recht lebhaften Berufsschifffahrtsverkehr und das Ufer mit seinen Fahrrinnenwechselzeichen im Blick behalten und entsprechend rechtzeitig einen Uferwechsel vornehmen, wenn sich uns (für die Schulung ideal!) mehrfach Schutenverbände an genau solchen Positionen näherten. Mittlerweile hatte sich die Sonne durch die dicken Wolken gekämpft und in der Nähe von Drage wurde problemlos gegen die Strömung (mit rechtzeitigem Stopp zum Wechseln der Schuhe) an einem breiten Sandstrand für eine Brotzeit angelegt.


Mittagspause an Tag 1

Auf den letzten der 21 Tages-km nach Hoopte gab es weitere Manövertrainings, u.a. haben wir die Boote immer mal wieder zwischen 2 Buhnen (Kribben) gesteuert und Erfahrungen mit dem deutlich spürbaren „Neerstrom“ gemacht. Am Nachmittag steuerten wir dann mit Blick auf die dortige Elbfähre in die Mündung der Ilmenau und konnten die Boote im Stöckter Hafen bei schönstem Sonnenschein gut an den Stegen für die Nacht unterbringen.



Im Stöckter Hafen bei Hoopte

Es folgte ein entspanntes, „ungeduschtes“ Bier auf der Terrasse von „Sievers Gasthaus“ und die Belegung der dortigen Gastzimmer. Am Abend erwartete uns ein üppiges und leckeres Büffet mit Unmengen an Schnitzeln, Bratkartoffeln, aber auch gesundem Gemüse, so dass es einen Teil der Truppe anschließend nochmal an die Elbe zu einem Verdauungsspaziergang im Licht der untergehenden Sonne trieb.



Im Gasthof Sievers


Sonnenuntergang an der Elbe bei Hoopte

Am nächsten Tag wartete nun etwas mehr Strecke als am Tag zuvor auf uns (ca. 34 km), so dass wir nach leckerem Frühstück zeitig aufbrachen und uns mit nur noch wenigen Trainings, aber weiterhin mit konsequenten Elbquerungen auf den Weg zum Ziel der Mittagspause machten: wieder einem Sandstrand, diesmal Höhe Bullenhausen, kurz vor der Bunthäuser Spitze. Erneut herrlicher Wechsel zwischen sonnigen, ruhigeren Abschnitten und wolkigen, stark windigen Passagen. Ab und zu konnte dadurch auch mal das (nicht offizielle) Kommando „Wellen annehmen“ geübt werden.


Mittagspause an Tag 2

Nach der Mittagspause ging es auf der Norderelbe weiter bis zum Peutekanal, von da aus durch alte Teile des Hafens zum Fotoshooting vor der „Peking“ im Hansahafen :o). Direkt vor der Elbquerung hatten wir einen herrlichen Blick auf Elphi und Co.


Bei der Peking im Hansahafen




Vor der Elbquerung

Auch diese letzte große Herausforderung – die Elbquerung direkt im Hafen – meisterten unsere angehenden Steuerleute ohne Komplikationen bei mittlerweile auch etwas ruhigerem Elbwasser und manövrierten uns um die Kehrwiederspitze und mit sauberen Anlegemanövern durch die zwei Schleusen in unser Alster-Heimatgewässer. Ein fröhliches Abschlussfoto auf dem Steg von Favorite Hammonia und dann ging es flott auf die letzten km zum ARV. Nach dem Versorgen der Boote bekamen dann ausnahmslos alle Teilnehmer ihre Steuerklasse 3 zugesprochen, verbunden mit dem Rat, sich doch gerne in Zukunft weiterhin dem Kartenstudium zu widmen.


Happy End – die erfolgreichen Mannschaften zurück auf der Alster

Fazit:
Viel gelernt, natürlich als „Steuerleut“, aber auch als „Obmensch“, viel Spaß und Fröhlichkeit in der Gruppe gelebt und eine herrliche Rudertour gefahren.
Vielen Dank, Paul, dass du das wieder so klasse vorbereitet und geleitet hast!!